Curse Tablet ID: 293

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commentary
1. Zwischen dem psi-ähnlichen und dem ersten rho-ähnlichen Zeichen stehen entweder
zwei Kreuze oder ein breites Zeichen.
Die letzten drei oder vier Zeichen der Zeile sind oben beschädigt.
2-3. Zum Gebrauch der griechischen Vokale in der Magie und zu deren Beziehung zu den
Planeten und zum höchsten Gott siehe F.Dornseiff, Das Alphabet in Mystik und Magie
(Berlin 1922), 35-60, 82-83; Th.Hopfner, Griechisch-ägyptischer Offenbarungszauber I
(Stud. Pap. Pal. 21, Wien 1921; Neudr. Amsterdam 1974), §§150-151, 770-775; H.G.
Gundel, Weltbild und Astrologie in den griechischen Zauberpapyri (Münchner Beiträge 53,
1968), 42-43.
2 ωωωωω: fünf Omega auch in PGM m 573; IV 954,1035; V 10.
3 ιιααεηη: vgl. PGM I 242 ιι αα οο υυ ηη εε ωω; Suppl.Mag. I 45, 25 ιαεουωϊ.
Manche solcher Vokalreihen sind wohl zerdehnte Variationen des häufig vorkommenden Ιαω
(von hebräisch 'Jahwe').
θ und danach Spuren?: Am Original lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen, ob weitere
Buchstaben eingeritzt waren oder nicht. Wenn keine Beschriftung folgte, beendetete Theta die
Vokalreihe (für die semitische Endung auf -θ, vgl. Ϲηθ, Eρβηθ, Νεβουτοσουαληθ und
die vielen magischen Namen, die auf -ωθ enden, wie z.B. Ιαωθ und Ιαειωθ). Wenn aber
die Zeile weiter beschriftet war, könnte mit Theta entweder ein Zauberwort beginnen oder ein
Verbum, das die Verwünschung ausdrückte. Dann wäre θάπτω, θάψον oder θάψατε eine
Möglichkeit (θάψατε kommt formelhaft in Fluchtafeln des 3. nachchristlichen Jahrhunderts
aus Zypern vor, vgl. Audollent, Defixionum tabellae, S. 483 s.v.). Möglich wäre auch ein
Zauberwort auf -θ und darauf ein Verbum der Verwünschung, wie z.B. eine Form von δέω
oder κατέχω.
4 Ἡλιοδώρα oder "casus obliquus".
4-5  Ἡλιοδώρα ἐν ἔτε|κεν Ἰσειδώρα (l. Ἰσιδώρα): Identifizierung durch die Mutter ist
die Regel in den magischen Texten dieser Zeit, siehe D.R.Jordan, Philologus 120 (1976)
127-132.
(S.C.)
 
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